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Trailrunning-Tipps von den Profis: So bereitest du dich auf den alpbachtal360 vor

Am 17. Oktober 2026 geht der alpbachtal360 erstmals an den Start. Zwei Strecken führen auf und rund um die Gratlspitze, dazu warten eigene Bewerbe für Kinder. Wie technisch wird es, welche Strecke passt zu wem und was braucht es für eine gute Vorbereitung? Die Veranstalter Florian Hirt und Sebastian Gogl von Trailrun Tirol geben die wichtigsten Antworten vor der Premiere.

Der Season Closer im Alpbachtal

Am 17. Oktober 2026 geht der alpbachtal360 erstmals an den Start. Zwei Strecken führen auf und rund um die Gratlspitze, dazu warten eigene Bewerbe für Kinder. Wie technisch wird es, welche Strecke passt zu wem und was braucht es für eine gute Vorbereitung? Die Veranstalter Florian Hirt und Sebastian Gogl von Trailrun Tirol geben die wichtigsten Antworten vor der Premiere.

Welche Strecke passt zu wem?

LIGHT: für alle (auch ohne Traillauferfahrung), die auf der Straße rund 10km durchlaufen können und Wandererfahrung (Trittsicherheit, keine starke Höhenangst) mitbringen. Auch für jene fortgeschrittene Trailläufer, welche einen schnellen flüssigen Kurs bevorzugen.

CLASSIC: für geübte Trailläufer und Trailläuferinnen, die auch schon im Hochgebirge (in felsigem Gelände) unterwegs waren und ein technisch, verblocktes Gelände mit Rythmuswechseln und schwierigen Up- und Downhills und bevorzugen. 

KIDS: für alle Kinder die sich am Trail probieren möchten. Die Strecken beinhalten, sogar erste wenige Höhenmeter (ans Alter angepasst) und auch Passagen abseits der Straße (Wiesentrails).

Wie technisch sind die beiden Strecken tatsächlich?

LIGHT: auch die Challenge LIGHT enthält einige wenige technische Passagen auf der Ost- und Südseite der Gratlspitze. Diese setzen sich aus einigen leicht ausgesetzten Stellen im Osthang, die aber bis auf eine kurze Ausnahme (wenige Meter) läuferisch nicht anspruchsvoll sind und eine steile Treppe am Steinweg (Südwestseite) zusammen. 

CLASSIC: die Challenge CLASSIC enthält im letzten Stück des Uphills, kurz vor dem Gipfel, einige seilversicherte Passagen, welche aber keine hohe Schwierigkeit aufweisen. Im Downhill gibt es im oberen Bereich mehrere Steilstufen, welche nicht laufend absolviert werden können und hohe Konzentration erfordern. Am Ende der Gratüberschreitung wird der Downhill steiler, aber technisch zunehmend einfacher.

Wo können die Teilnehmenden Zeit gutmachen und wo sollten sie ihre Kräfte einteilen?

Direkt vom Start weg geht es steil bergauf. Hier gilt: Kräfte einteilen. Denn die Energie braucht man auf beiden Distanzen vor allem im zweiten Teil, nach der Verpflegungsstation auf der Holzalm. Ab dort wird es zunehmend technischer. Und auch für den letzten Downhill vom Hösljoch zurück nach Alpbach, inklusive kurzem Gegenanstieg, zahlt es sich aus, noch ein paar Reserven in den Oberschenkeln zu haben.

Das Gipfelkreuz des Gratlspitz bei sonnigem Wetter mit ein paar Wolken. | © Alpbachtal Tourismus | Nadine Propst
Der 360°-Panoramablick am Gipfelgrat der Gratlspitze gehört definitiv zu den beeindruckendsten Momenten des Rennens.
Sebastian Gogl

Ist die kürzere Strecke auch für sportliche Wanderer oder Trailrunning Einsteiger machbar?

Kurz: ja, die einzigen Vorraussetzungen sind eine gewisse Grundausdauer und Trittsicherheit in steilen Passagen.

Wie viel Bergerfahrung sollten die Läuferinnen und Läufer mitbringen?

Alle sollten bereits Erfahrung auf Wandersteigen mitbringen, um sich auch auf den steileren Passagen sicher zu fühlen. Spezifische Erfahrung im Trailrunning ist nur für die Challenge CLASSIC erforderlich.

Für wen lohnt sich ein Start im Team?

Für alle! Gemeinsam macht es einfach mehr Spaß. Die Zeiten beider Teammitglieder werden zusätzlich auch in der Einzelwertung der jeweiligen Distanz geführt.

Die beste Vorbereitung? Möglichst viel Zeit in den Bergen verbringen – egal ob laufend oder wandernd. Und den Spaß dabei nie vergessen.
Florian Hirt

Wie viele Wochen sollte man für die Vorbereitung einplanen?

Das hängt stark vom eigenen Ausgangsniveau ab. Wer schon jetzt regelmäßig laufend in den Bergen unterwegs ist, braucht keine spezielle Vorbereitungszeit. Alle anderen sollten sich mindestens 8-12 Wochen Zeit nehmen, um die Ausdauer und Bergerfahrung aufzubauen.
 

Der Blick auf den Zireiner See geht mit stimmungsvollem Licht von einer Almwiese aus.  | © Alpbachtal Tourismus | Thomas Kargl

Welche Trainingsrunde im Alpbachtal eignet sich besonders gut?

Um die Gratlspitze gibt es zahlreiche Trails, die man auch bestens mit Passagen des Renntags kombinieren kann. Ein Beispiel für eine kürzere Runde, wäre von Alpbach über den Blaiksteig auf das Hösljoch und über den Steinweg (gleich wie am Renntag) zurück nach Alpbach. Für alle die bereits im Training hoch hinaus möchten, ist der Gratwanderweg von der Bergstation Wiedersbergerhorn bis auf den Standkopf zu empfehlen. 

Wer noch mehr alpine Abwechslung sucht, findet im Rofangebirge rund um Münster, Kramsach und Brandenberg schroffe Felslandschaften, technisch anspruchsvollere Trails und eine völlig andere Bergkulisse als in den sanften Grasbergen der Kitzbüheler Alpen.

Wie viele Höhenmeter sollte man vor dem Event bereits gelaufen sein?

Ganz grob kann man sich nach der Faustregel, Höhenmeter pro Trainingswoche = Höhenmeter im Rennen, richten.

Welche Fehler machen Trailrunning Einsteiger besonders häufig?

Zu schnell bergauf laufen. Die meisten Uphillpassagen sollten gegangen werden – so machen es auch erfahrene Trailläufer. Wenn man hier, im Versuch durchzulaufen, bereits alle Körner verschießt, rächt sich das spätestens im Downhill.
 

Für ein effektives Trailrunning-Training sind steile Anstiege und Abstiege entscheidender als viele Kilometer. Genau dort trainierst du die Muskulatur, die du auf den Trails wirklich brauchs
Sebastian Gogl

Kann man die Strecke vor dem Event besichtigen oder teilweise ablaufen?

Beide Strecken können vor dem Event besichtigt und abgelaufen werden. Das lässt sich auch hervorragend mit einer Einkehr auf der Holzalm verbinden.

Lauftraining im Wald Trailrun | © Tirol Werbung | Charly Schwarz

Was gehört in die Ausrüstung?

Alle Teilnehmenden (CLASSIC & LIGHT) müssen geschlossene Trailrunning-Schuhe mit griffiger Sohle, ein Handy mit SOS EU ALP-App, ein Gefäß für die Flüssigkeitsaufnahme an der Labestation (z. B. Soft Cup oder Soft Flask), das ausgefüllte Datenblatt auf der Rückseite der Startnummer sowie eine Rettungsdecke mitführen.

Wer bei der CLASSIC-Challenge startet, braucht zusätzlich eine Regenjacke mit mindestens 10.000 mm Wassersäule und ein kleines Erste-Hilfe-Set (Kompresse, Mullbinde, Fixiertape). Wetterbedingte Änderungen der Pflichtausrüstung sind möglich. Zusätzlich zur Pflichtausrüstung ist außerdem eigene Verpflegung, wie zum Beispiel Sportgels oder Riegel ratsam.
 

Welche Schuhe sind für den Untergrund rund um die Gratlspitze geeignet?

Die Schuhe müssen geschlossen sein und eine griffige Sohle mit ausreichend Profil besitzen.

Was sollte bei einem Trailrun im Oktober zusätzlich in den Laufrucksack?

Zusätzlich zur Pflichtausrüstung sollte an ausreichend warme Kleidung gedacht werden. Bei sehr kaltem Wetter kann diese auch verpflichtend werden. Falls bereits Schnee liegt, können zudem Grödel vorgeschrieben werden.

Braucht es Stöcke und auf welchen Abschnitten können sie hilfreich sein?

Stöcke sind nicht verpflichtend. In steilen Uphills sind diese aber hilfreich. Dadurch sind sie besonders bei der Challenge CLASSIC empfehlenswert.

Wie viel Verpflegung und Flüssigkeit sollte man selbst mitnehmen?

Mindestens eine volle Softflask/Flasche ist empfehlenswert, um gut hydriert bis zur Verpflegungsstation zu gelangen.

Blick auf die urige Holzalm in Brixlegg mit Blumenwiese | © Alpbachtal Tourismus

Welche Verpflegungsstellen gibt es entlang der Strecke?

Bei Kilometer sechs wartet auf der Holzalm eine Labestation. Ideal, um vor den technischeren Passagen noch einmal Energie zu tanken.

Wie früh sollten die Läuferinnen und Läufer vor Ort sein?

Für die Erwachsenendistanzen ist die Startnummernabholung bis spätestens 10:00 Uhr möglich. Es lohnt sich, schon früher vor Ort zu sein, um Hektik zu vermeiden, die Atmosphäre aufzusaugen und die Kinder bei ihren Läufen (ab 09:00 Uhr) anfeuern zu können.

Was passiert bei Schlechtwetter?

Bei Schlechtwetter kann es zu Routenänderungen kommen. Das Event selbst findet aber statt, sofern es die Gefahrenlage zulässt.

Bahnhof Wörgl Transfer Gäste | © Tirol Werbung | Mario Webhofer

Wie kommen Teilnehmende am besten zum Start?

Mit dem Bus vom Bahnhof Brixlegg. Direkt gegenüber vom Eventgelände befindet sich die Bushaltestelle Alpbach Böglerhof / Congress Centrum Alpbach.

Gibt es Umkleidemöglichkeiten, Gepäckaufbewahrung?

Es gibt Umkleidemöglichkeiten, Sanitäranlagen und Gepäckaufbewahrung vor Ort.

Was erwartet die Läuferinnen und Läufer nach dem Zieleinlauf?

Gute Stimmung, eine Finishermedaille, Snacks als Zielverpflegung sowie die Möglichkeit, etwas Größeres zu essen und zu trinken. Dazu eine Siegerehrung und ein gemütlicher, gemeinsamer Ausklang mit Programm für den Nachwuchs.

Warum ist die Zahl der Startplätze bei der Premiere begrenzt?

Damit das Event und wir als Organisatoren im Gleichschritt mit der Community und der lokalen Bevölkerung in das ganze „hineinwachsen“ können.

Drei Tipps für alle, die zum ersten Mal einen Trailrun bestreiten?

1.    Nicht zu schnell starten.

2.    Bergauf gehen, nicht laufen.

3.    Nicht von den Höhenmetern abschrecken lassen. Ein gut eingeteilter Traillauf kann trotz Höhenmeter einfach machbar sein, als ein Straßenlauf der gleichen Distanz.

Welche Abschnitte der Strecke sind landschaftlich besonders eindrucksvoll?

Bei der Challenge CLASSIC ist hier definitiv der 360° Ausblick am Gipfelgrat der Gratlspitze hervorzuheben. Aber auch die Challenge LIGHT bietet imposante Ausblicke auf das Rofangebirge, den Wilden Kaiser und den Galtenberg.

Was macht den alpbachtal360 so besonders?

Der Community Spirit. Bei uns steht das Miteinander im Vordergrund. Das umschließt uns als Organisatoren, die lokale Bevölkerung als Gastgeber, und alle Teilnehmenden egal ob jung oder alt. Wir wollen alle gemeinsam die Freude an der Bewegung in der Natur und den Bergen teilen.

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